Vom Umgang mit Traumata und eigenen Ressourcen in Coaching und Seminararbeit


Gerade habe ich meine Trauma-Therapie-Fachfortbildung abgeschlossen und mein Zertifikat erhalten – nach einem intensiven Jahr der eigenen Krise und des Wachstums, bei dem diese Ausbildung mich begleitet hat.


Dabei habe ich nicht nur ein tieferes Verständnis von Trauma bekommen sowie von verschiedenen Methoden des Umgangs damit (insbesondere aus Somatic Experiencing, EMDR und Polyvagal-Theorie) im Umgang mit Klient*innen, sondern war in der Lage diese an mir selbst zu erfahren und weitere Schritte in Richtung meiner eigenen Heilung, Ganzwerdung, Integration und Evolution zu setzen.


Spannend fand ich vor allem, wie sehr sich die Methodik in den letzten Jahrzehnten verändert hat – von den vor allem auf Konfrontation und dem Fühlen der eigenen Gefühle (bis zu ihrem vermeintlichen Ende) basierenden Methoden, die nur allzu oft in die Retraumatisierung führte, hin zu einer vor allem auf dem Finden und Aufbauen der eigenen Ressourcen (Stärken, Fähigkeiten, Qualitäten, etc.), der Fähigkeit zur Selbst- und Co-Regulation und dem Verbinden dieser Ressourcen mit dem traumatischen Erleben, das ja bis dahin im Gehirn abgespalten war und jetzt neu in die bewusste Lebensgeschichte integriert werden kann. Dadurch stehen diese Ressourcen nun wirklich zur Bewältigung von herausfordernden Lebenssituationen zur Verfügung.


Es ist ein sanfter und schrittweiser Prozess, der gerade dadurch erstaunlich schnell zu echten Umschwüngen, Heilung und Integration führt.

Ich selbst will nicht unbedingt therapeutisch arbeiten. Doch ich arbeite gerne mit Menschen, ob in Coaching-Settings oder Seminaren.


Und da, aus meiner Sicht, jeder Mensch auf irgendeine Weise traumatisiert ist und diese Traumata oft der vollen Verkörperung des eigenen ganzen Selbst (oder was Dr. Marc Gafni als Unique Self bezeichnet hat) und der Verwirklichung unserer Visionen im Wege stehen, war es mir wichtig, hier meinen Werkzeugkasten zu erweitern.


Denn nicht nur die „großen“ Erfahrungen von Gewalt, Verletzung, etc., können zu Traumata führen, sondern so quasi jede Erfahrung, die zu intensiv und schnell war, um von unserem Körper-Geist System komplett verarbeitet werden zu können. Diese Erfahrungen nachzubearbeiten, mit unseren Ressourcen zu verbinden und zu integrieren, ist jederzeit möglich.